Donnerstag, 21. Mai 2015

Fast Fashion: Ein paar Gedanken

Ich habe euch ja in einem früheren Post schon einmal kurz von der aktuellen Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg berichtet. Die Ausstellung Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode geht noch bis zum 20.09.2015.

Dazu gibt es auch einen tollen Blog, der sich aktuell mit lauter Themen rund um das Thema nachhaltige Mode und nachhaltiger Konsum beschäftig: Stilbrise.de

Sehr angenehm finde ich, dass nicht die Moralkeule rausgeholt wird. Es geht in erster Linie um Mode und den Spaß daran. Aber eben mit Verstand und ein bisschen nachdenken. Es geht darum, sich Gedanken zu machen, woher die Mode kommt, wie sie hergestellt wird, wie es zu solch geringen Preisen kommen kann und darum, dass man sich immer mal fragen sollte: Brauche ich das wirklich? Brauche ich wirklich immer mehr? Macht es wirklich Sinn, Kleidung zu kaufen, um sie dann eine Saison - bei manchen ja noch deutlich kürzer - zu tragen und sie dann im schlimmsten Flal wegzuschmeißen? Was passiert dann damit?

Es gibt so viel, über das man zu diesem Thema nachdenken kann und auch sollte.
Ich habe dazu grade noch ein Video gefunden, das ich gerne mit euch teilen und als Anlass für ein paar in Worte gefasste Gedanken nehmen möchte.


Ich finde es großartig, dass dieses Thema immer mehr in den Fokus gerät. Ich weiß, dass es in den Bereichen (z.B. auf anderen DIY-Blogs), in denen ich mich hier so rumtreibe, noch mehr ein Thema ist als wahrscheinlich in der breiten Masse, aber auch in den Massenmedien wird das Thema immer öfter aufgegriffen und ich habe das Gefühl, dass es - ähnlich wie das Thema Bio bei Lebensmitteln - immer mehr in der "Mitte der Gesellschaft" ankommt. Und das finde ich toll.

Auch ich mache mir immer mehr Gedanken dazu. Auch ich mag Mode. Auch ich gehe gerne mal shoppen. Auch ich freue mich am Konsum.
Aber ich denke inzwischen mehr darüber nach. Ich schaue in meinen vollen Schrank und frage mich, ob ich wirklich noch mehr brauche. Oder ob neues Kombinieren von vorhandenen Klamotten vielleicht auch mal ne gute Idee wäre. Oder ob ich das Eine oder Andere einfach ein bisschen verändern könnte und es mir dann schon fast wie ein neues Kleidungsstück vorkommt (wie leicht und schnell das ist, habe ich ja z.B. hier und hier schonmal gezeigt). Oder ich nähe mir einfach gleich selber was. Auch das ist wieder Konsum. Ich kaufe nämlich Stoffe. Und auch davon habe ich realistisch gesehen mehr als ich eigentlich brauche. Und trotzdem kaufe ich neue. Einfach, weil es Spaß macht. Einfach, weil ich sie so schön finde, dass ich sie haben will.
Aber ich verwerte auch viele aussortierte Sachen. Klamotten kommen bei uns fast gar nicht mehr weg - außer sie sind wirklich komplett durch und schon ganz fadenscheinig - sie kommen alle in meine Stoffsammlung bis mir was Neues einfällt, was ich daraus machen kann (Beispiele siehe hier).

Ich versuche also meinen Konsum einfach ein bisschen zu überdenken. Trotzdem kaufe ich manchaml Quatsch und freu mich drüber wie ein kleines Kind. Und das möchte ich mir auch gar nicht untersagen. Das macht ja auch Freude. Ich will gar nicht immer vernünftig sein.
Aber zwischendurch eben schon. Es geht mir einfach darum, mir immer mal wieder bewusst zu machen, wie gut es mir geht und wie gut wir es haben. Und ich finde, dass damit auch ein gewisse Verantwortung einher geht. Ich habe den Grips und die Zeit, mich mit Dingen zu beschäftigen, die um mich rum und in der Welt passieren. Ich bin nicht permanent damit beschäftigt, irgendwie zu überlegen. Ich habe die Muße, mich hinzusetzen und zu denken. Und ich finde, dann muss ich das auch tun. 

Wusstet ihr, dass das Verhältnis von Plastik zu Plankton in den Weltmeeren inzwischen auf 100:1 geschätzt wird? Also 100 Teile Plastik fallen auf 1 Teil Plankton an. Das ist widerlich! Und Plastik gibt es erst seit 50 Jahren!!!

Auch so ein Thema, das irgendwie dazu gehört. Nicht nur "Brauche ich das alles?" sondern eben auch am anderen Ende "Muss ich so viel Müll produzieren?". Auch da bin ich keine Heilige! Aber wir versuchen drauf zu achten, nicht so viel Müll zu produzieren, nehmen Stoff- oder Papierbeutel zum Einkaufen und verwenden einiges wieder (jaja, die Bastelei ;) ).

Und nun versuche ich noch was.
Ich habe mir, nachdem ich das auf einigen Blogs - u.a. bei Daniela von Green Bird - gesehen habe, Abschminkpads gehäkelt.
Ok, schön sind die noch nicht, aber die sind ja auch bloß mal zum Ausprobieren. Ich mach mir einfach noch ein paar - und die dann schöner. ;)
Erst dachte ich dazu: Man kann es aber auch übertreiben. Aber was bei der Herstellung von Baumwolle an Wasser verwendet wird, ist Wahnsinn. Und das dann dafür, dass ich mir damit einmal über die Augen wische und sie dann wegwerfe...
Und was soll ich sagen? Die neuen kleinen Dinger erfüllen ihre Aufgabe ganz hervorragend.





Nach der Nutzung kommen sie dann einfach in die Wäsche und können dann wiederverwendet werden. Gehäkelt sind sie aus einfachem schwarzen Baumwoll-Topflappengarn. Auch wieder Baumwolle. Wird aber wenigstens wiederverwendet. Und ist mir immer noch lieber als Plastik.
Fazit Abschminkpads: Funktioniert. Gibts noch mehr von.

Fazit insgesamt: Denken hilft!

So, das war meine Moralpredigt für heute! ;)
Die kleinen Teilchen dürfen noch zum RUMS und zum Freutag, weil ich mich so darüber freue, dass es mir so gut geht!

Und euch wünsche ich einen famosen Tag!

Ganz liebe Grüße

Kommentare:

  1. So spannend! Ich zeige morgen fast dasselbe.... Ich habe deinen Blog bis jetzt nicht gekannt, bin dank Rums bei dir gelandet..... Bin gerade in der Versuchsphase, und ich finde meine gehäkelten Pads super :)
    Deine Gedanken geistern auch in meinem Kopf... Wir sollten mehr über u sere Welt nachdenken.
    Herzlichst
    yase

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    1. Danke liebe Yase! Na dann erstmal herzlich Willkommen ;)
      Ich habe mir grade deine Pads angeguckt. Die sind doch noch ein bisschen schicker als meine ;) Und, kommst du gut klar mit ihnen? Meine funktionieren gut, ich werde wohl komplett umsteigen.
      Liebste Grüße zurück
      Hannah

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  2. Tolle Anregung (vor allem ohne erhobenen Zeigefinger ...) und es schadet uns allen nicht, einfach ein bisschen bewusster zu leben. Man muss es ja auch nicht übertreiben.
    Meine Abschmink-Pads (quadratisch) sind übrigens aus Baumwolle gestrickt statt gehäkelt. :D
    Herzlichst
    vonKarin

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    1. Danke liebe Karin! Das freut mich sehr, dass da kein erhobener Zeigefinger rüberkommt. Das wollte ich nämlich auf gar keinen Fall! Also gut, dass das geglückt ist :)
      Ja, ich will mir auch noch welche stricken. Ich glaube, die sind dann noch ein bisschen weicher.
      Wie kommst du mit denen klar?
      Liebste Grüße zurück
      Hannah

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