Dienstag, 13. Juni 2017

Die erste Puppe

Ich hege schon einige Zeit die Überlegung eine Puppe selber zu machen. Jetzt, wo des Sommerkindes erster Geburtstag ins Haus stand - waaahnsinn! Ein Jahr! Wie schnell das vergangen ist. Und wie viel gleichzeitig da rein gepasst hat. Es ist unglaublich und ich konnte mir das nicht vorstellen, auch wenn einem ja andere Eltern immer wieder davon berichten. Aber verstanden habe ich das alles erst, als ich selbst Mutter geworden bin. Es ist schon verrückt, wie relativ Zeit ist. Sie kann gleichzeitig gedehnt und gestaucht werden. Verrückt.

Oh, ich schweife ab...
Also zurück zum Thema: Ich wollte gerne eine Puppe selber machen und die dem Sommerkind zum ersten Geburtstag schenken. So als Wegbegleiter und kleine Freundin. Zum Bemuttern, zum Schmusen, zum Sorgen anvertrauen, zum Spielen, zum Schuld drauf schieben, so zum gemeinsam das Leben erobern eben.

Also habe ich mich auf die Suche gemacht. Wie geht das eigentlich genau? Was brauche ich dafür? Was gibt es für Puppen? Welche Art möchte ich gerne machen?



Welche Art von Puppe ich gerne machen möchte, war mir relativ schnell klar, da ich immer wieder über welche gestolpert bin, die mir unheimlich gut gefallen haben. Die von Rivkah zum Beispiel finde ich unglaublich niedlich! Und die von  mariengold auch! Bei ihr habe ich dann auch entdeckt, dass sie nicht nur wunderschöne Puppen macht, sondern auch ebooks und Materialpakete anbietet.
Ich habe mir also zu Weihnachten ein Puppenstarterset gewünscht und dieser Wunsch wurde mir prompt erfüllt.



Danach lang das Paket noch lange hier. Ich brauchte noch ein paar Zutaten (Puppennadeln, Füllgranulat, Garn für Augen und Mund, Nähgarn) und ich muss gestehen, dass ich doch ein bisschen aufgeregt war und den Start ein bisschen herausgezögert habe.
Ich glaube, ich hatte ein bisschen Angst, es zu versauen. Ich hab mir das so schön vorgestellt, dass ich Sorge hatte, dass ich ganz furchtbar enttäuscht sein würde, wenn es nicht so klappte, wie in meinem Kopf geplant. 
Aber da der erste Geburtstag nun doch langsam näher rückte und ich die Puppe dem Sommerkind ja gerne zum Geburtstag schenken wollte, galten keine Ausreden mehr und ich hab mich rangemacht.


Und dann ging es auch alles in einem Schwung. Ich mochte gar nicht mehr aufhören und war ein bisschen im Puppenmachfieber.


Unterschätzt hatte ich den Aufwand für die Haare. Das Käppchen frisst doch ganz schön Zeit. Da hat sich aber die eine oder andere Autofahrt und auch der eine oder andere Fernsehabend angeboten, so dass ich auch diese Hürde nehmen konnte.


Besonders viel Mühe wollte ich mir beim Kopf bzw. beim Gesicht geben, weil das doch den Charakter der Puppe maßgeblich beeinflusst. Aber auch beim Körper habe ich sorgfältig gearbeitet. Ich glaube, ich habe noch nie so ordentlich (und langsam) genäht wie bei dieser Puppe.


So sieht sie nackig aus. Sie hat sogar einen Bauchnabel, ist das nicht süß? Und Bauchnabel (oder heißt es Bauchnäbel?) sind für Kinder ja irgendwie wichtig. Schon ganz früh malen sie Menschen immer mit Bauchnabel. Gesicht UND Bauchnabel.


Hach, und jetzt kann ich lauter kleine Mini-Kleidungsstücke nähen und stricken. Das ist zwar manchmal ein bisschen fummelig aber irgendwie total süß. Und die perfekte Resteverwertung!
So hat das kleine Puppenkind also gleich noch einen Rock und eine Weste bekommen.


Und Schuhe hat die kleine Madame auch schon. ;)




Die Anleitung von mariengold ist detailliert und auch für Puppenmachanfänger wie mich gut geeignet. Ich habe alles auf Anhieb verstanden und es hat alles so funktioniert wie beschrieben.Ein bisschen schade fand ich, dass eben nicht ALLE Materialien im Materialpaket enthalten waren, aber auch das habe ich ja hinbekommen.
Es ist auch noch einiges von z.B. der Füllwolle übrig, so dass das sicherlich nicht die letzte Puppe in diesem Hause gewesen sein wird.

Und weil es so schön ist, gibt es jetzt noch ein "paar" Bilder. Die Sonne hat so schön geschienen, dass ein kleiner Ausflug nach draußern Pflicht war!


Für Ausflüge nach draußen musste natürlich auch das Puppenkind ein Dreieckstuch bekommen - passend zu den Schuhen. 




Das Sommerkind hat sich übrigens total über die Puppe gefreut! Da war ich mir ja auch nicht sicher. Ist das überhaupt schon was? Oder wird sie erstmal eher als stiller Beobachter hier wachen und erst später zu ihrem Einsatz kommen? Ich war auf alles gefasst, habe mich dann aber natürlich total gefreut, als das Sommerkind ganz leuchtende Augen bekam und das Puppenkind gleich fest in die Arme schloss.


Nun wohnt sie also auch hier, flezt auf dem Sofa rum und wird immer mal bekuschelt oder durch die Gegend geschleppt. So richtig bespielt wird sie natürlich noch nicht. Aber ich denke, dass auch diese Zeit noch kommen wird. :)


Beim Blick in die Ferne können wir noch einen Blick auf die Frisur werfen ;)
Wenn man genau hinsieht, sieht man den Wirbel, weil die Haare ja im Rund gehäkelt werden. Da die Frisur aber ordentlich fusselig ist, wuschelt sich das immer merh zurecht.
Beim nächsten Mal (und das gibt es bstimmt) kann ich glaube ich eine Häkelnadel dicker nehmen. Dann sind es nicht gaaaaanz so viele Haare und es dauert auch nicht gaaanz so lange. Dicht müsste es dann immer noch sein. Ich werde es ausprobieren. 


Wir genießen jetzt noch ein bisschen die Sonne und stöbern beim Creadienstag, bei HoT, bei den DienstagsDingenn und bei Kiddikram.



Liebste Grüße

Kommentare:

  1. Man sieht der Puppe an, wie viel Liebe und gute Gedanken sie im Gepäck hat. Ganz wunderbar ist die geworden! Liebe Grüße, Karin

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    1. Vielen Dank, liebe Karin! Es freut mich, dass sie dir gefällt und dass man es ihr ansieht :)
      Liebste Grüße zurück
      Hannah

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